Piccolo

Im Herbst 1904 stellte die Firma A.Ruppe & Sohn ihren ersten Motorwagen auf einer Ausstellung in Leipzig vor. Der kutschenähnliche Aufbau bot 2 Personen Platz und hatte keine Türen und auch kein Verdeck. 

Angetrieben wurde dieser Wagen durch einen luftgekühlten Zweizylindermotor in V-Anordnung, mit einer Leistung von 5 PS. Er hatte 2 Vorwärts- und einen Rückwärtsgang. Motor Das Auto zeichnete sich durch seine Rubustheit und Zuverlässigkeit aus. 

Der von Hugo Ruppe konstruierte Kleinwagen ging in Fertigung. Es sollte eine Art „Volksauto“ werden, nicht unbedingt für Jedermann, aber für Ärzte und Geschäftsleute. Der Kutschenähnliche Aufbau, sollte durch verschiedenartige Verdecks gegen die Witterung geschützt werden. Eine Sitzbank war als Platz für Fahrer und Beifahrer gedacht und was sich noch so reinquetschen ließ (Kind und Hund).

In Vergleich zu Konkurrenzprodukten hatte der Piccolo einen niedrigen Preis, 1905 etwa 2000 Mark. 1905 wurden 100 gebaut. 

Im Jahr 1906 beschäftigte das Unternehmen bereits 600 Mitarbeiter und konnte auf der Berliner Automobilausstellung den bereits 1.000sten „Piccolo“ vorstellen.

1907 sollen 1500 Motoren gefertigt worden sein und ebenso viele Fahrzeuge das Werk verlassen haben. In alle europäischen Länder wurde geliefert, doch auch in bzw. auf Java, Ceylon, Indien, Ostasien, Australien und Südamerika fanden sie ein Zuhause. 

Piccolo-Voiturette der Familie Hörisch, gebaut ca. 1905
Foto: Prof. Dr.-Ing. Bruno Spessert

Haubenpiccolo, Besitzer Prof. Muggler, gebaut 1907-1910 in Apolda

Foto: Prof. Dr.-Ing. Bruno Spessert